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Brixen - Die nackte Wahrheit |
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Donnerstag, den 09. September 2010 um 17:45 Uhr |
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D ie schwierige Situation im Brixner Nachtleben erweist sich als ähnlich wie-, wenn nicht schlimmer als in anderen Südtiroler Ortschaften. Wiederholt haben motivierte Jugendliche versucht selbstständig etwas auf die Beine zu stellen, doch durch absurde Öffnungszeiten, rigide Kontrollen und den mühsamen Weg zur Lizenz wird solchen Unternehmungen immer wieder ein Strich durch die Rechnung gezogen.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Jugendzentrum Kassianeum so gut wie kein Angebot für die Abende und Nächte vorweist, wenn die ersten Carabinierei um 23.00 Uhr vor der Tür stehen und um 00.00 Nachtruhe zu herrschen hat. Das „Creme Caramel“ in der Bäckergasse steht seit einiger Zeit komplett leer, genauso das benachbarte „Corner Rock Pub“, welches sich großer Beliebtheit erfreute und über das noch heute gesprochen wird. Der Jazzkeller „Belize“, auch direkt in der Innenstadt angesiedelt, war früher für seine qualitativ hochwertigen Live-Konzerte bekannt, genauso der „Traubenwirt“, der jedes Wochenende Bands und Solokünstler bei sich zu Gast hatte und im ganzen Land dafür bekannt war. Nur das Tagescafé „Absolut Lounge“ bemüht sich erfolgreich mit Konzerten diese Lücke in der Brixner Innenstadt zu füllen. Auch das „Bufalo Cantinas“ hat inzwischen nur mehr zeitweise seinen Party-Keller geöffnet und baut wieder mehr auf das Restaurant. Es gäbe hier noch verschiedene andere Beispiele aufzuzeigen, die fünf genannten Lokale bieten heute keine Abendunterhaltung mehr an oder sind ganz geschlossen. Die Infrastrukturen für ein buntes Nachtleben wären an und für sich vorhanden, doch die strikte Gesetzgebung versperrt die Wege diese wiederzubeleben. So findet sich auch niemand, der sich in diesen Fällen der Aufgabe stellt, die Ärmel hochkrempelt und die Sache in die Hand nimmt. Vor einigen Jahren wurde der Versuch gestartet ein Lokal außerhalb der Stadt anzusiedeln, um Lärmbelästigung zu vermeiden, so wurde das
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(Meine) Jugend in Brixen: nostalgisch angehauchtes Essay über das Brixner Nachtleben |
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Dienstag, den 31. August 2010 um 07:47 Uhr |
Hier geht es also um die Rettung des Nachtlebens um das erstaunenswert erbittert gekämpft wird. Der eine oder andere scheint die Beschränkung des nächtlichen Vergnügens gar als eine Verletzung seiner Menschenrechte zu empfinden. Sperrstunden mit religiöser oder ethnischer Verfolgung gleichzusetzen scheint mir etwas gewagt, aber prinzipiell geht es hier ja um eine Sache, die ich zu unterstützen gewillt bin.
Im Vergleich zu Bruneck, Meran und Bozen würde ich behaupten, dass Brixen die Shit-Liste in Sachen kulturelles Angebot anführt. Musikalisch müssen wir uns mit Musikkapelle und Männergesangsverein zufrieden geben, die Dekadenz leuchtet noch relativ hell am Theater-Firmament, aber das war‘s dann auch schon in Sachen Bühnenspektakel, audiovisuell bietet nur der Filmclub Abwechslung zum ORF 1- Abendprogramm, denn die zwei Stadtkinos gilt es zu meiden, um Rückenbeschwerden und frühzeitiger Verdummung vorzubeugen.
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