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D ie schwierige Situation im Brixner Nachtleben erweist sich als ähnlich wie-, wenn nicht schlimmer als in anderen Südtiroler Ortschaften. Wiederholt haben motivierte Jugendliche versucht selbstständig etwas auf die Beine zu stellen, doch durch absurde Öffnungszeiten, rigide Kontrollen und den mühsamen Weg zur Lizenz wird solchen Unternehmungen immer wieder ein Strich durch die Rechnung gezogen.
So ist es nicht verwunderlich, dass das Jugendzentrum Kassianeum so gut wie kein Angebot für die Abende und Nächte vorweist, wenn die ersten Carabinierei um 23.00 Uhr vor der Tür stehen und um 00.00 Nachtruhe zu herrschen hat. Das „Creme Caramel“ in der Bäckergasse steht seit einiger Zeit komplett leer, genauso das benachbarte „Corner Rock Pub“, welches sich großer Beliebtheit erfreute und über das noch heute gesprochen wird. Der Jazzkeller „Belize“, auch direkt in der Innenstadt angesiedelt, war früher für seine qualitativ hochwertigen Live-Konzerte bekannt, genauso der „Traubenwirt“, der jedes Wochenende Bands und Solokünstler bei sich zu Gast hatte und im ganzen Land dafür bekannt war. Nur das Tagescafé „Absolut Lounge“ bemüht sich erfolgreich mit Konzerten diese Lücke in der Brixner Innenstadt zu füllen. Auch das „Bufalo Cantinas“ hat inzwischen nur mehr zeitweise seinen Party-Keller geöffnet und baut wieder mehr auf das Restaurant. Es gäbe hier noch verschiedene andere Beispiele aufzuzeigen, die fünf genannten Lokale bieten heute keine Abendunterhaltung mehr an oder sind ganz geschlossen. Die Infrastrukturen für ein buntes Nachtleben wären an und für sich vorhanden, doch die strikte Gesetzgebung versperrt die Wege diese wiederzubeleben. So findet sich auch niemand, der sich in diesen Fällen der Aufgabe stellt, die Ärmel hochkrempelt und die Sache in die Hand nimmt. Vor einigen Jahren wurde der Versuch gestartet ein Lokal außerhalb der Stadt anzusiedeln, um Lärmbelästigung zu vermeiden, so wurde das
„Boulevard“ in der Industriezone eröffnet. Was damit passiert ist weiß niemand so genau, jedenfalls findet sich auch hier niemand der bereit wäre es abends wieder für die Brixnern und Brixnerinnen zu öffnen. Früher konnten die Jugendlichen zwischen 15 und 16 sich oberhalb des „Club Max“, in dem Lokal „Jukebox“, treffen.
Seit dessen Schließung gibt es keinen Treffpunkt für diese Altersgruppe mehr und die Jugendlichen suchen sich andere Orte, wie den Bachdamm, für ihr Vergnügen.
Positiv zu nennen ist das „Time Out“ in der Nähe vom Krankenhaus, welches seit seiner Neueröffnung für jeden Geschmack etwas bietet und mittlerweile gut besucht ist, jedoch seit Langem im Auge der Kontrollorgane steht. Auch das „U2“ bietet die Möglichkeit sich über die Sperrstunden hinaus, wenn auch ohne DJs oder Live-Musik, zu unterhalten. Und am Ende des Abends trifft man sich im einzigen Tanzlokal weit und breit, dem „Club Max“, bei der südlichen Sportzone gelegen. Dieser hat bis Halb Vier geöffnet und man kann dort den Abend in großer Gesellschaft ausklingen lassen.
Woran es in Brixen in erster Linie fehlt ist eine gewisse Toleranz dem Nachtvolk gegenüber, welches sich nicht auf eine bestimmte Altersgruppe beschränken lässt. Als Universitätsstadt rangiert Brixen zwar akademisch hoch, doch ein wirkliches Studentenleben kann hier nicht geführt werden. Die Schwierigkeiten, die hiesige Studierende haben Konzerte oder Weihnachtsfestln in ihrer Universität zu veranstalten, stehen symbolisch für die ganze Stadt. Hatte man früher wenigstens vereinzelte Angebote sich am Wochenende zu unterhalten, so gibt es heute sehr wenige Möglichkeiten und viele entscheiden sich für die Fahrt nach Bruneck oder ins Unterland. Es ist nicht leicht das Nachtleben zu verteidigen. Hier soll in erster Linie die Situation in Brixen geschildert werden. Das Nachtleben steht in langer Tradition, ist Kultur-Stifter und wichtiger Sozialisationsort.
„Jeder Tag hat seine Plage, und die Nacht hat ihre Lust.“, sagte Goethe und seine Worte sind wohl für Jung und Alt nachzuvollziehen.
Auch in der altehrwürdigen Bischofsstadt wollen wir uns nachts nicht mit Schäfchen-Zählen zufrieden geben!
AUTOR : a.a.p.
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