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Unterlandler Polizei
Samstag, den 25. September 2010 um 14:33 Uhr

Polizei Unterland SüdtirolAm Abend unterwegs im Unterland: mal ganz einfach einne Runde machen, wie's der Südtiroler zu sagen pflegt. Dies sollte nicht all zu schwierig sein, möchte man meinen. Meinen ist gut, wird man sich denken. Nun schließlich leben wir ja in einer freien Gesellschaft, wo Ausgangssperren oder dergleichen nicht unbedingt an der Tagesordnung stehen. Auch nicht in unserer kleinen und feinen Provinz. Da sollte eine nächtliche Exkursion mit Mutter's Kiste (oder noch besser: der eigenen) ja eher eine beschauliche Unternehmung sein.

 

 

Doch wie es scheint, kann man sich dessen im südlichsten Teil unseres Landes gar nicht mehr so sicher sein.

Sicherheit ist hier das Schlagwort. Kann man natürlich auch verschiedentartig auslegen. Und wer für die Sicherheit verantwortlich wissen wir ja alle. Der hilfsbereite Beamte der staatlichen Exekutive: dein Freund und Helfer. Besonders treffend und ironisch ist nun aber, dass genau die artigen Blaumänner, die Nerven junger Menschen in letzter Zeit doch etwas zu viel in Mitleidenschaft ziehen. Eigentlich als Angestellter des Staates dem Staatsbürger untertan, nehmen es diese seit nun mehr als einem Jahr ihre Pflichten doch etwas zu sehr zu Herzen. Allen voran ein übereifriger Kapitano. Nun ja, schließlich haben die armen Teufel ja sonst nicht all zu viel zu tun. Besagter tugendhafter fein dekorierter Carabiniere, seines Zeichens knapp um die 30 Jahresringe zählend, marschiert gleich am Beginn seines Amtsantrittes schnurstracks in Jugendzentrum, verkündet lauthals er werde es nicht dulden wenn junge Menschen in seinem Zuständigkeitsbereich weiterhin ihrer Rauschgiftsucht frönen. Anwesend ein paar Jugendliche. Alter 12 bis 15. Einsperren werde er sie. Ein gelungener pädagogischer Einstand, alle Achtung. Ganz nach dem Lehrbuch für Polizeiarbeit mit jungen Menschen. Oder etwa nicht? 



Was folgt sind unzählige Exempel von Beamtenwillkür. Von Durchsuchungen am helllichten Tag im Dorfzentrum, nächtlichen Autoverfolgung unter Verwendung von Zivilfahrzeugen und Einschüchterung junger Menschen bis hin zu übertriebenem Pflichtbewusstsein bei Volxsfesten. Immer dabei ein pädagogisch und ethisch durchaus vertretbares Mittel: Einschüchterungsversuche, Nötigung zum Gehorsam und Diskriminierung.  Dabei wird man sich auch nicht zu schmutzig, die Nervosität der Betroffenen auszunutzen, wenn diesen mal kurz die Kenntnisse des Italienischen aussetzen.

Was zu tun ist liegt auf der Hand: Selbstanzeige erstatten und Strafzettel gleich in der Kaserne in Neumarkt abholen. Dann spart man sich zumindest den Rest dieser Scherereien. Ob die Beamten wohl schnell genug tippen können? 

Autor: phk – culture assault 
Neumarkt, den 24. September

 

Kommentare  

 
+1 #3 oPFer 2010-09-25 19:16
Schöner Artikel :) Respekt ;) man sieht sich gleimol in Ibk.
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-1 #2 Michele 2010-09-25 16:56
Südtirol ist ein Polizeistaat geworden.
:cry:

Es gibt für Südtirol nur eine Lösung, Selbstbestimmungsrecht ENDLICH einfordern und LOS VON ITALIEN!

Vielen Dank.

Ps. wurde gestern zu Mittag in Terlan einer Personenkontrolle unterzogen, war mit meinem Scooter ins Dorf gefahren und hatte vergessen meine Brieftasche mitzunehmen (von meinem Haus zum Dorfplatz sind es knapp 400m)
Ich unterhielt mich mit einem alten Schulfreund, den ich länger nicht mehr gesehen hatte, da ich gottseidank mehr Zeit in zivilisierten Ländern wie Schweden oder Österreich verbringe.
Plötzlich fährt eine Carabinieri-Streife vorbei, sieht uns, bremst ab und zwei Carabinieri gehen auf uns zu, wollen unsere Dokumente einsehen. (...)

Ich wiederhole. Es war kurz vor 12 MITTAG, ich war gerade auf dem Weg zur Post und wollte redete seit knapp 10 Minuten mit dem Ex-Schulfreund.

Da ich keinen Ausweis bei mir hatte wurde ich noch gefragt, wer ich sei und von wo ich bin und was ich hier wohl mache... (...)
Ich habe dann gesagt ich wohne hier und zeigte dem Carabiniere den Typenschein meines Motorrades, welches auch meine Daten hatte.
Schon war ich am Überlegen ob sie mich wohl auf die Kaserne mitnehmen, da winkte der Carabiniere ab und fragte ob ich rauche. Ich verneinte, ich rauche sicher nicht und füttere die Staatskassen, ausserdem ist es ungesund.

Dann fragte er mich leise, ob ich wohl Haschisch rauche. Ich dachte er macht ein Witz. Ich lächelte, und schüttelte den Kopf, aber auch wenn ich es tun würde, z.B. in zivilisierten Ländern wie Holland oder der Schweiz, wo es ja legal ist würde es allein meine Angelegenheit sein.

Da frage ich mich:
Müssen wir uns so einen Mist noch gefallen lassen?

Wann wachen die Südtiroler endlich auf und merken, dass Rom uns NICHTS einbringt, sondern nur Geld seit Jahren schuldet.

Die SVP wird geschmiert, dass müsste doch langsam jedem klar sein. So kann es jedenfalls nicht weitergehen.

Die Italiener in Südtirol (so wie ich) verstehen es natürlich auch.
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+2 #1 phil 90 2010-09-25 16:33
endlich sagt es jemand. leider die traurige wahrheit. es gibt zwar einige vögel die sich nicht zu benehemen wissen (wie überall) aber draufzahlen tun immer diejenigen die das wochenende eifach gern ausgehen :/ man kann auch absolut nicht mit den ordnungshütern sprecehn / diskutieren. man wird behandelt als wär man ein schververbrecher oder komplett kriminell.
ich finde es wichtig, dass diese fakten an die öffentlichkeit gelangen. guter artikel
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